Transporter PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mihu   
Dienstag, den 23. Januar 2007 um 19:18 Uhr
Transporter. Wenn ich diesen Name höre, denke ich zuerst an einen Film der von Luc Besson proudziert wurde. In diesem transportiert ein Topfahrer für die Unterwelt so ziemlich alles, was eben transportiert werden muss. Und dies selbstverständlich ohne zu fragen, welches Gut von A nach B gebracht werden muss. Nun, unter dem Wort "Transporter" kommt mir nach den letzten Test eine weitere Bedeutung des Begriffes in den Sinn. Dieses coole Gerät transportiert auch alle Arten von "Sachen" übers Netzwerk, jedoch nicht mit krimineller Absicht wie im Film, doch nicht minder spannend.

Der Transporter von SlimDevices ist ein Client für das Abspielen von Musik in Netzwerken, sei dies nun via Ethernet oder einfach "wireless". Zudem kommt das Gerät, ebenfalls analog dem Film, mit allen Arten von Musik-Formaten klar. Im Bereich der sogenannt verlustfreien Audio-Codecs, welche die Grösse der Audiodatei ohne Weglassen von Informationen auf beinahe die Hälfte reduzieren, gehören WMA Lossless, FLAC und Apple Lossless. Bei den komprimierten Dateien kommt der Transporter mit folgenden Formaten klar:
MP3 (auch VBR bis 320 kBit/s), AAC, Ogg, MP2, Musepack und diverse WMA-Formate. Auch Internetradios in den Formaten MP3, Ogg und WMA empfängt das Gerät.
Gemäss dem Hersteller sollen unkomproimierte Formate WAV, AIFF und PCM nicht verändert, sondern "nur" in analoge Signale verwandelt werden.

Frontansicht
Bild Front

Überhaupt glänzt das Gerät mit guten Werten. SlimDevices greift für die Digital-analog-Umwandlung auf Bausteine des japanischen Herstellers Asahi Kasei zurück. Diese zeichnen sich gemäss der Fachpresse durch besonders warme Klangfarbe aus. Zudem wird ein Signal/Rauschabstand von 120dB bei einem Klirrfaktor von marginalen 0.00005 Prozent genannt.

Nicht nur im Innern ist der Transporter vielseitig, sondern auch nach aussen hin. So gibt es nicht nur die Cinch-Buchsen sondern für die analoge Tonausgabe auch symmetrische XLR-Stecker. Wer mehr aufs Digitale steht, dem stehen XLR-TOS-Link- oder Cinch-Buchsen zur Verfügung. Dazu Anschlüsse, welche fürs Studio und die externe Synchronisation unerlässlich sind sowie eine seriellen RS232-Buchse.

Rückansicht
Bild Rückansicht

Das Ganze hat auch einen Preis, der ziemliche Löcher ins Budget fressen kann, jedoch für High-end-Eompenenten durchaus üblich ist. Somit steht der Transporter im gleichen Preissegment wie der veredelte Hifidelio von Hermstedt/Reson (CD-Player mit HD und iTunes Wiedergabe) und dem Mac-kompatiblen BeoMedia 1 (Netzwerkbox mit HD welches Musik und Fotos auf einen B&O Fernseher bringt).

Den Transporter gibt es in den Farben Alu-Silber und Schwarz und im Lieferumfang ist die Fernbedienung inbegriffen. Sonst sind da noch das Handbuch und das Netzwerkkabel. Ziemlich puritanisch. Jedoch hat das Gerät es nicht nötig, mit überschwänglich beigelegtem Material zu glänzen. Für das Geld bekommt man ein gut verarbeitetes Gerät, welches sich von der Optik her in jeder Mehrkomponenten HIFI Anlage integriert. Die Software ist OpenSource und neben Windows für Mac und Linux erhältlich. Dies macht das Gerät für uns auch so interessant.

Die Installation ist einfach und ich kann bestimmen, ob ich dieses Kontrollfeld nur für den aktuellen BenutzerIn oder für alle installieren möchte.

Screenshot Installation
Bild Installation

Nach der Installation steht unter den Kontrollfeldern der SlimServer zu Verfügung und sieht wie folgt aus:

Kontrollfeld
Bild Kontrollfeld mit Slimserver


Screenshot Servereinstellungen
Bild Servereinstellungen


Die ganze Menüführung Mac und Transporter ist sehr einfach und intuitiv. Für die Übertragung der iTunes Bibliothek muss der Server natürlich aktiv sein. Den Webzugang erhalte ich, sobald ein Slim Gerät im Netzwerk aktiv ist. Es öffnet sich dann eine Webseite, welche auf den Transporter als LocalHost zugreift und sich bequem via Browser einrichten lässt. Dies funktioniert schnell und zuverlässig. Alternativ kann ich mittels Fernbedienung das Gerät ebenfalls einrichten. Auch dies ist überhaupt nicht schwer.

Die Einbindung in ein bestehendes Netzwerk ist am einfachsten über DHCP. Der Transporter schnappt sich eine freie IP-Nummer, und schon kann ich auswählen, mit welchem Mac und iTunes ich verbunden werden möchte. Das war‚s auch schon. Jetzt kann ich auswählen, nach welchen Suchkriterien wie Artists, Album oder Playlist ich meine Musik wählen möchte. Aber auch eine alphabetische Suche ist möglich.

Menue des Devices
Bild im Betrieb

Weiter kann ich alle auf dem Mac verfügbaren Internetradios ebenso aufrufen wie einem so genannten Squeeze Netzwerk beitreten, welches mir ermöglicht auch ohne Computer Internetradio zu empfangen. Aber auch Musik lässt sich hören, sofern im Netzwerk vorhanden. Dies konnte ich leider jedoch nicht testen.

Den Transporter habe ich mit einer alten Harman Verstärker zusammengeschlossen, welcher ebenfalls für ein warmes Klangbild bekannt ist. Siehe Bild.

mit Harman/Kardon Verstärker
Bild mit Verstärker

Nun konnte ich mich via Boxen und Kopfhörer selbst von der guten Qualität überzeugen. Doch eines ist sicher: je mehr und je bessere Audio-Komponenten ich in meine Umgebung integriere, desto mehr habe ich das Bedürfnis, dem MP3-Format abzusagen und alle Musik in "Vollformat" oder im Lossless Verfahren einzusetzen. Aber dies bedingt weitere Investitionen in Speicherplatz wie Harddisk und damit auch Backupverfahren.

Der Transporter ist sein Geld wert und eine echte zusätzliche Hifi-Komponente. Dies äussert sich auch darin, dass der Betrieb des Transporters absolut geräuschlos ist. Nur einmal hatte ich mit einer MP3-Datei etwas Mühe, als ich zu schnell die Fernbedienung betätigte. Die Daten kamen übers das Ethernet meinen flinken Fingern einfach nicht nach. Also an alle Audiophilen unter euch: ansehen, anhören und sich überlegen, ob dies nicht etwas für unter den Tannenbaum ist.

Vertrieben wird dieses Gerät von der Firma Brack Electronics AG in Mägenwil (www.brack.ch).
Weitere Informationen
www.slimdevices.com
Alle technischen Details unter:
http://www.slimdevices.com/pi_transporter.html

Michel Huber
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 28. Januar 2007 um 15:23 Uhr
 
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