Affentheater PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mihu   
Sonntag, den 01. März 2009 um 10:39 Uhr
Eigentlich wollte ich einen totalen Break machen. Geht nicht wenn man in der Schweiz Ferien macht und sich die Ereignisse bei Musicstar überschlagen.

Am 24. Februar versandte das Schweizer Fernsehen eine Pressemitteilung mit relativ magerem Inhalt, in der sich Gölä für seinen Entscheid die Sendung zu verlassen entschuldigt.
Gölä in der Pressemitteilung: «Ich habe ja gewusst, wie die Sendung abläuft. Aber es scheint, dass ich nicht über meinen Schatten springen kann. Dass ich es so persönlich nehmen würde, war zum Zeitpunkt, an dem ich zugesagt habe, einfach nicht absehbar gewesen. Tut mir leid, dass es soweit gekommen ist, aber mein Herz lässt es nicht zu, in dieser Sendung weiterhin mitzumachen. Mein Fehler – sorry! Den Kandidatinnen und Kandidaten und der Sendung wünsche ich alles Gute.»

Eine schnelle Rückblende:
Das Schweizer Fernsehen fängt mit Live-Auftritten mit Clubatmosphäre an, auf relativ kleinen Bühnen. Die beiden Kandidaten oder Kandidatinnen mit den wenigsten Stimmen durften nochmals eine Minute performen und die Jury entschied, wer in der nächsten Runde war. Nun sind die restlichen Teilnehmenden auf der „grossen“ Bühne in Zürich und das unsägliche Friendship Ticket, mutiert zu dem was es schon immer war. Eiskaltes Kalkül mit einen Freundschaftsmantel versehen. Dies musste letzten Sonntag Gioia am eigenen Leib erfahren und dies gab dann auch den Ausschlag für den Rücktritt von Gölä.

Gioia, diese junge Frau, mit einer Stimme welche mir immer wieder Hühnerhaut beschert. Diese Stimme welche mich zeitweise an Cher in den besten Tagen erinnert, diese wunderbare Stimme ist nicht mehr dabei. Und das wirft für mich etliche Fragen auf, Fragen vor allem auch zum Friendship Ticket. Und auch Stirnrunzeln zu den gemachten Aussagen, Gioia wird es sowieso schaffen. Sie werde ihren Weg machen.
Wie kann es sein, dass ein einziger nicht ganz geglückter Auftritt derartige Konsequenzen hat, während andere Sendung um Sendung die Töne nicht treffen und dennoch weiterkommen. Ich denke einige haben die Chance eiskalt genutzt und einen Ausrutscher von einer der Favoritinnen sofort mit dem Ausschluss bestrafft. Ja so kommt man weiter, vielleicht bis ins Finale. Warten auf die Chance, dass die wirklich guten Stimmen einen nicht ganz so geglückten Auftritt haben und dann mit fadenscheinigen Argumenten diese in die Wüste senden. Von wegen Friendship Ticket.
Wenn du solche Freunde hast brauchst du wahrlich keine Feinde mehr.

Nach dem verdauten Schrecken, trank ich am nächsten Morgen meinen Kaffee. Am Boden hatte es noch Kaffeesatz und was ich daraus lesen konnte, erschütterte mich. Jenny und Leonardo singen um den ersten Platz im Final. Ich war wie paralysiert. Wo war Raquel, wo Katharina und Michael L. Sie wurden abgewählt, ihre Fehler konsequent ausgenutzt. das Mittelmass hat über die wirklichen Könner gesiegt. Unter gütiger Mithilfe der jeweiligen Fanclubs.

Doch beide, Leonardo wie Jenny geniessen bei mir keine grossen Bonuspunkte. Leonardo singt einfach seine honigsüssen Liedchen, welche zum Teil klebrig die Ohren verstopfen und Jenny hat bis auf den letzten Auftritt (in der Zeitung nachgelesen) vor allem durch falsche Töne geglänzt. Wer das nicht hören will oder kann soll hier nicht weiterlesen.

Ich habe folgenden Vorschlag an die Richtung des Fanclubs von Jenny. Das Geld welches ihr für das Voting bisher und in Zukunft ausgeben werdet, hättet ihr besser gespart und Jenny eine Studiozeit geschenkt. Die daraus entstandene CD  wäre dann ins Presswerk gegangen und an ihre treuen Fans verteilt worden. Damit wäre den anderen ihre Gesangskünste erspart geblieben. Das wäre mindestens genauso effizient.
Ich zweifle ob die beiden wirklich das Potential zum MusicStar haben. Der Sprecher dieser Sendung Marco Meroni hat es auch in der Argauer Zeitung bestätigt, dass es nicht wirklich nur aufs Talent ankommt. Sondern auf einen möglichst grossen Fan-Club, welcher bereit ist Tausende von Franken auszugeben, damit ihr Liebling weiterkommt.

Hopsala. Das Schweizer Fernsehen sieht auch keinen Grund das Verfahren zu ändern. Liebes Schweizer Fernsehen, in nur vier Sendungen habt ihr quasi jedesmal irgendwas geändert, warum sollte es nicht so weiter gehen. Klarheit über den Ablauf hat es ja nie gegeben. Und ich zweifle heute sogar daran, dass es euch wirklich darum geht die Besten zu finden. Ihr wollt einen gute Show, Intrigen und ein zur Schau stellen von Gefühlen. Mit jeder Sendung konsultiert ihr die Zuschauerzahlen und lehnt euch zufrieden zurück wenn es wieder ein paar mehr sind. Dass aber die wirklichen Talente auf der Strecke bleiben scheint euch nicht zu interessieren. Ein eigener Fernsehmann hat am Anfang das ländliche und die Clubathmosphäre als dilettantisch tituliert. Zwar ist die Bühne nun grösser aber das Niveau ist exakt auf die Kritik heruntergekommen.

Geht es noch schlimmer?
Jawohl, dann nämlich wenn wie im Sonntagsblick geschrieben steht, Dieter Bohlen behauptet er könne MusicStar zu retten. Dann wäre die nächste Änderung unumgänglich. Die Sendung würde neu SSDS heissen (Schweiz suchte den Superstar). Insofern kann ich Gölä’s Abgang gut verstehen.
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 07. März 2009 um 14:34 Uhr
 

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