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Geschrieben von: Roko Johin
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Sonntag, den 03. Juni 2007 um 23:25 Uhr |
Eröffnungskonzert des Sommer Bach-Festivals voller Erfolg
Ein Sommer-Bach-Festival scheint auf den ersten Blick nichts ungewöhnliches zu sein. Wenn der erste Konzertabend jedoch mit einem glänzend schwarzen Konzertflügel stattfindet, der überall dort hin springt, wohin ihn die Pianistin gerne haben möchte, und einem Cembalo, das sich ebenso verhält, dann merkt man, dass es kein „normales“ Festival sein kann.

In Second Life sind derart flexible Instrumente jedoch nichts außergewöhnliches. Dort kann auch die zarteste Künstlerin mit Leichtigkeit einen Konzertflügel hin- und herschieben, sich sofort an das eindrucksvolle Instrument setzen und Johann Sebastian Bach spielen, ohne sich vorher die Finger verstaucht zu haben.

Doch nicht nur virtuelle Kunststückchen waren zu sehen, Liebhaber von Barock-Musik kamen an dem Eröffnungsabend des Festivals voll auf ihre Kosten. Nach einer ausführlichen Einführung in die Werke Johann Sebastian Bachs und die Musik der Barockzeit von Veranstalterin Tyrol Rimbaud, bot Avatar Catherine Moody zwei Stunden Klaviermusik des großen Barock-Komponisten. Im wirklichen Leben ist Catherine eine amerikanische Amateurpianistin asiatischer Herkunft. Am 27. Mai spielte sie live in ihrem Zuhause irgendwo in den USA, und sie spielte gar nicht mal schlecht. In Second Life saß ihr Avatar auf einer Bühne in dem romantischen „Maemi Garden“ (Maemi 210, 73, 145 (Mature) Maemi Gardens) vor vielen Zuhörern, die ihr Spiel über Live-Stream hören konnten.

Präludien und Fugen aus dem „Wohltemperierten Klavier“ waren zwar romantisch, aber sauber und mit Akuratesse interpretiert. Inventionen (kleine zweistimmige Fugen) und Sinfonien (dreistimmig) ließ sie in geschwindem Tempo erklingen. Selbst einige Goldberg-Variationen gab sie zum Besten. Besonders die beiden bekannten Kantaten „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ und „Jesus bleibet meine Freude“ riefen wahre Begeisterungsstürme der zahlreichen Zuhörer hervor. Die Englische Suite Nr. 2 war beruhigend sanft aber auch farbenreich schön. Am besten gelang Catherine Moody aber wohl das Italienische Konzert mit dem raschen Allegro, gesanglichen Andante und sorgfältig ausartikulierten Presto. Das Publikum war am Ende so angetan, dass es sich sogar noch einige Zugaben erklatschte, die Catherine gerne gab. Hut ab vor künstlerisch durchaus wertvollen Beiträgen wie diesem in der virtuellen Welt des zweiten Lebens.
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