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Geschrieben von: Roko Johin
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Montag, den 04. Juni 2007 um 12:40 Uhr |
Auf dem Schweizer Sim (! DBC Radio Tv, Switzerland (15, 27, 34)) war am Mittwoch Abend etwas ganz besonderes geboten: DBC-Radio TV, Digital Broadcast Channel (www.dbc-radio.net ) übertrug live aus der Züricher JazzBaragge „mehrspur“ die dort stattfindene Jam Session mit den hervorragenden Jazzern Matthias Siegrist (Gitarre), Richard Pechota (Bass), Gabriel Dalvit (Alt Sax) und Andreas Schmid (Drums). Im Verlauf des erstklassigen Konzerts gesellten sich noch Trompeter Matthias Spillmann, ein bekannter Vertreter der Zürcher Jazzszene, und der Percussionist Eduardo Nascimento zur der Formation.

Mitreissend war der großartige Jazz aus Zürich auf jeden Fall. Die Soli waren technisch gekonnt und höchst kreativ, brauchten keinerlei Vergleich mit Weltklasse-Jazz zu scheuen. Die Stimmung in Second Life war dementsprechend gut. Es wurde getanzt und geklatscht, die einzelnen Musiker bekamen nach ihren Soli Zwischenapplaus, fast so wie im richtigen Leben.
Eine Live-Übertragung einer Jam-Session wäre an sich nichts außergewöhnliches, die Sessions werden schon seit einiger Zeit jeden Mittwoch live auf DBC übertragen. Jedoch hat sich DBC-Geschäftsführer Jean Francois Réveillard (in SL nennt er sich „JfR Beaumont“) etwas besonderes ausgedacht: mit live Audio und live Video übertrug der Sender aus dem Jazzclub auf Großleinwand in den Schweizer Sim in Second Live. Die SL-Mitglieder konnten so direkt an dem Geschehen in Zürich teilhaben, nicht nur akustisch, sondern auch visuell. Man sah die Musiker live auf der Bühne spielen. Gleichzeitig wurden die tanzenden Avatare in SL gefilmt, in das Real-Life-Video gemixt und auf der Leinwand wurde Realität mit Virtualität verschmolzen. Faszinierender Effekt für die SL-Bewohner war, dass sie sich mitten im Geschehen fühlen konnten, zusammen mit der Gewissheit, dass der eigene Avatar irgendwo im richtigen Leben auf einer Großleinwand zu sehen war.

Technisch ist die Realisierung einer derartigen Übertragung eine Herausforderung. DBC nutzt dafür Computer, Windows, Quick-time Real-Video und MP3, teilt dies auf die verschiedenen Channels von Web, Radio, TV und Second Life auf. Ein Regisseur führt Regie ich Echtzeit, wie bei einer Live-TV-Übertragung, um alle Quellen aus dem RL und aus SL zusammen zu mischen. Alles läuft auf Servern in der Schweiz und zwei verschiedenen Servern mit extremer Bandbreite in den USA, damit mehr als 2000 simultane Verbindungen gleichzeitig unterstützt werden können. Die Zürcher JazzBaragge ist vollständig mit Computer, Videocameras, Mikrofonen usw. von DBC ausgerüstet und gehört damit zu einem der ersten Clubs weltweit, der über derartige technische Kapazitäten verfügt.
Die Reaktionen der Leute in RL und SL sind durchweg positiv und DBC plant solche Events für jeden Mittwoch auf dem Schweizer Sim.
Impressionen:
 Matthias Spillmann (Trompete)
 Matthias Siegrist (Gitarre) und Andreas Schmid (Drums)

 Richard Pechota (Bass)

Maclifestyle führte anlässlich der RL-SL-Radio-TV-Permiere ein Interview mit DBC-Chef „JFR“
maclifestyle: Diese Übertragung war das erste Mal in dieser Form RL/SL vice versa?
JFR: Wir senden schon seit drei Jahren im Web, seit drei Wochen übertragen wir auch in SL. Ich bin seit 1997 in Streaming involviert und habe Second Life als einen neuen Weg der Interaktivität als interessantes Medium entdeckt. Ich nenne es das „New Web 3.0“.
maclifestyle: Werdet ihr derartige Übertragungen in SL regelmäßig abhalten?
JFR: Ja, natürlich jeden Mittwoch wollen wir das jetzt in SL senden. Die Show beginnt um 21:30 Uhr und endet wenn niemand mehr auf der Bühne ist, manchmal auch vorher, wenn wir eine Pause an der Club-Bar brauchen. Wir bereiten auch andere Events vor. Zum Beispiel nächsten Samstag live aus Montreal, nicht mit Kameras aus Montreal, aber die Leute aus Second Life im Web und auf der Leinwand im Studio „Show your Avatar to the world!“.
maclifestyle: Wie lange habt ihr diese neue interaktive Übertragung geplant?
JFR: Die Idee entstand zwischen zwei „Guys“, einer ist der Musiker Dave Feusi, Saxophonist, der in berühmten Bands auf der ganzen Welt spielt. Der andere ist Jean Francois Réveillard, der erste Produzent von Web-TV in Europa 1997. Musik ist eine Leidenschaft der beiden und sie überlegten, wie die Musik mit den neuen Medien verbunden werden kann, beginnend mit Web-TV und jetzt in Second Life, und in der Zukunft...
maclifestyle: Seid ihr zufrieden mir der Realisierung, wie es ablief das erste mal?
JFR: Wir sind nie zufrieden, wir versuchen es jedesmal noch besser zu machen. Es ist völlig neu für uns und es gibt so viele Dinge dabei, die noch zu erproben sind. Bei jeder Show eröffnet sich ein neuer Weg etwas zu verändern. Aber ehrlich gesagt, wir sind stolz darauf und die Qualität der Musiker ist so gut, dass wir einfach das Beste machen müssen um diese Talente der ganzen Welt zu präsentieren.
maclifestyle: Gibt es schon Reaktionen aus dem RL und SL?
JFR: Unglaubliche Reaktionen! Wie die Leute in SL, die ihren Avatar auf der Bühne sehen und wie in einer RL-TV Show rufen: „Das bin ich! Ich bin im Fernsehen!“ Oder eine andere Geschichte wie ein Avatar einen Pianisten erkannte und sagte: „Ich kenne ihn!“ In der Pause haben sie miteinander gesprochen. Stell dir mal vor, ein RL-Pianist redet mit einem Avatar… und hinterher sagte er: Ich hätte mir nie vorstellen können, dass diese Leute alle in SL sind“.
Du müsstest mal die Menschen sehen in der Pause, wenn sie im Club all die fremden Avatare auf der großen Leinwand tanzen sehen, oder Leute die da herumfliegen.
Natürlich sagen auch einige, dass sowas ein „Realitätskiller“ sei, dass es nicht gut sei, wenn die Menschen daheim bleiben und nicht raus gehen. Ich habe das gleiche gehört über das Web, davor über Minitel (französischer Onlinedienst) und davor...
Aber im Club ist es immer voll wenn ein Konzert ist. Und glaub mir, die Leute, die Jazz-Baragge in SL sehen, wollen das eines Tages auch mal im RL besuchen. Und die anderen, die lieber daheim bleiben wollen und dort machen was sie wollen, die können neue Talente von daheim aus entdecken, können mit Menschen aus der ganzen Welt reden. Das ist doch besser, als vor der Glotze zu sitzen, nicht wahr?
maclifestyle: Vielen Dank für das Gespräch, JFR.
JFR: Danke für euer Interesse an DBC Radio-TV.
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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 04. Juni 2007 um 12:46 Uhr |
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