Blockflötenmusik PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Roko Johin   
Samstag, den 29. September 2007 um 16:00 Uhr
Blockflötenmusik alter Meister der Renaissance in SL

Blockflöte… da denkt man doch zuerst an Kindergarten, Hänschen klein und vielleicht auch noch daran, dass man das ja mal in der Grundschule gelernt hat. Also nichts besonderes, alles ganz leicht. Kinderkram.


Kinderkram? Weit gefehlt! Was die wenigstens wissen: Blockflöte ist ein vollwertiges Hauptfachinstrument an Musikhochschulen. Das Studium der Bockflöte ist nicht anders als das der Violine, des Klaviers oder anderer renommierter Instrumente. Die Literatur für die völlig zu Unrecht als „Kinderinstrument“ verschrieene Blockflöte ist hoch anspruchsvoll. Sie reicht von den ersten Publikationen gedruckter Musik in der Renaissance bis zur Zwölftonmusik der Neuzeit.



Wie niveauvoll, musikalisch elegant und kultiviert die Blockflöte gespielt werden kann, konnte das interessierte Publikum am Freitag Abend in Second Life erleben. Im angemessenen Rahmen der Alexander Hall, Princeton University (222, 236, 23) spielte Thom Dowd (Thomas Coard) ausgewählte Werke der Renaissance und des Barok. Der gebürtige US-Amerikaner ist im richtigen Leben allerdings ein Profi. Er unterrichtet seit 30 Jahren Blockflöte und ist am Conservatory in Fribourg, in der Schweiz tätig. In den Werken die er in der Alexander Hall zum Besten gab, konnte man seine hervorragende Ausbildung bei Lyle Nordstrom in den USA und Michel Piguet in Basel deutlich hören.



Die „Bourée d Avignon“ aus der Philidor Sammlung lässt er sechstimmig auf Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassflöten erklingen. Alle Instrumente spielt der Blockflötist selbst, mixt die einzelnen Stimmen am Computer zu einer Gesamteinheit zusammen. Solostücke spielt er live.



Mit phantstischen Trillern und delikaten Verzierungen in ausgewählten Stücken berühmter Komponisten wie Jacob van Eyke, Michael Praetorius oder Jaques Arcadelt zeigt Thom Dowd sein ganzes Können. Zudem gibt er nebenbei interessante Hintergrundinformationen zu den Komponisten oder den Werken und Instrumenten. So erfährt man ganz nebenbei, dass in der Barockzeit die Instrumente eine halben Ton tiefer gestimmt waren und den klanglichen Unterschied kann man sogleich in einer Suite von Daniel Demauivre auf der Altflöte hören. Auch die erste je erschienene Musik-Publikation von Pierre Attaingnant (1530) konnte man hören.



Einige der tiefgründigen und niveauvollen Stücke kann man bei www.myspace.com/thomascoardthomdowd
hören und auch herunterladen. Wer Thom Dowd live erleben will, sollte in Second Life Mitglied der „Early Music Group“ werden. Mitglieder werden über Konzerte und Veranstaltungen unterrichtet, die Mitgliedschaft ist kostenlos.

 
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